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Subj: Deutschland-Rundspruch 13/2011, 13. KW
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31.03.11
DARC e.V. Lindenallee 4, 34225 Baunatal, Telefon 0561 949880
Deutschland-Rundspruch 13/2011, 13. KW
(Redaktionsschluss: Mittwoch 10 Uhr, freigegeben für Rundspruchsendungen ab
Donnerstag, den 31. März 2011, 17:30 UTC)
(An die Rundspruchsprecher: Internet-Linkverweise nicht vorlesen, z.B. [X];
lediglich für die Schriftfassung werden diese am Ende des Rundspruches
aufgelistet.)
Hallo, liebe SWLs, YLs und OMs,
Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 13 des Deutschen
Amateur-Radio-Clubs für die 13. Kalenderwoche 2011. Diesmal haben wir
Meldungen zu folgenden Themen:
- Übergabe einer Streifenleitung an die PTB
- Funkmast darf auch in reinem Wohngebiet stehen
- US-Funkamateure besorgt über möglichen Verlust des 70-cm-Bandes
- Computerclub-2 berichtet über Notfunk
- Notfunk in Japan verlagert sich auf UKW
- BCC und DARC beraten über neues DXCC
- Termine
- Aktuelle Conteste
und
- Was gibt es Neues über das Funkwetter?
Hier die Meldungen:
Übergabe einer Streifenleitung an die PTB
Mitte März hat die Kalibriergruppe des DARC-EMV-Referates eine von Ulli
Wintzer, DL7FZ, gebaute symmetrische Streifenleitung an Prof. Dr. Thorsten
Schrader, Bereichsleiter für Hochfrequenz und Felder in der
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig übergeben.
Hintergrund ist ein Kooperationsvertrag zwischen PTB und DARC, der vor ca.
sechs Monaten unterzeichnet wurde. Dieser hat u.a. die Entwicklung einer sehr
präzisen Kalibriermöglichkeit für Feldstärkemonitore bis 30 MHz zum Ziel.
Eine zweite Streifenleitung gleicher Bauart ist schon seit Jahren bei der
Gruppe in Betrieb und wird zur Kalibrierung der Feldstärkemessgeräte der
DARC-Geschäftsstelle, der Distrikte und der Ortverbände verwendet. Durch die
Kooperation gelingt mittels Transfernormal direkt eine Rückführung auf das
gesetzliche Normal und erreicht so eine deutlich verbesserte Präzision für
die Messung vor Ort, welches sich durch eine erweiterte Messunsicherheit von
weniger als 2 dB ausdrückt. Ein von der Kalibriergruppe verwendetes Verfahren
zum Übertrag des elektrischen Normals auf die magnetische Feldstärke mittels
Äquiphasen-Flächen wird weiter entwickelt und mit großer Wahrscheinlichkeit
in der PTB etabliert werden.
Funkmast darf auch in reinem Wohngebiet stehen
Mobilfunkmasten sind in Rheinland-Pfalz ausnahmsweise auch in einem reinen
Wohngebiet zulässig. Das hat das Verwaltungsgericht Koblenz in seinem Urteil
vom 1. März entschieden (Aktenzeichen: 1 K 1099/10.KO). Konkret ging es um
den Bau eines Mobilfunksendemastes auf der Burg Steineck in Rheinbreitbach im
Kreis Neuwied. Ein Grundstücksbesitzer ging mit seiner Klage gegen die
Baugenehmigung vor. Die Richter sahen weder eine optische Beeinträchtigung
noch Gesundheitsgefahren: Weil beim Bau des Sendemastes alle von der
Bundesnetzagentur geforderten Sicherheitsabstände eingehalten werden, sei
nicht von gesundheitlichen Gefahren für die Anwohner auszugehen, so die
Koblenzer Richter in ihrer Entscheidung. Weiterhin dominiere die Burg
Steineck das Gebiet, sodass sich der Mast optisch darunter einordnet. Das
Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Berufung kann vor dem
Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz eingelegt werden.
US-Funkamateure besorgt über möglichen Verlust des 70-cm-Bandes
Die amerikanische Tageszeitung "USA Today" schreibt in ihrer Ausgabe vom 29.
März über den möglichen Verlust des Frequenzbereiches von 420 bis 440 MHz in
den USA. Der republikanische Kongressabgeordnete und Vorsitzende des Homeland
Security Committees, Pete King aus dem Bundesstaat New York, hatte im
vergangenen Monat einen Gesetzentwurf vorgelegt, in dem es um die
Versteigerung dieses Frequenzbereiches gehen sollte. Funkamateure in den USA,
der amerikanische Amateurfunkverband ARRL, Wetterbeobachter und
Notfunkorganisationen laufen dagegen Sturm. Sie machen darauf aufmerksam,
dass gerade dieser Bereich essentiell wichtig sei, um im Ernstfall wichtige
Notfunkkommunikation einrichten zu können. Würde das 70-cm-Band anderen
Nutzern als den Funkamateuren zugeteilt, wäre nach Angaben von Vertretern der
Rettungsdienste und des nationalen Wetterdienstes die öffentliche Sicherheit
ernsthaft gefährdet. Dem stehen wirtschaftliche Interessen seitens der
Politik entgegen. Die US-Funkamateure können derzeit den Bereich 420 bis 450
MHz auf sekundärer Basis nutzen. Darüber berichtet das schweizer
Nachrichtenportal Hamnews [1].
Computerclub-2 berichtet über Notfunk
Der Audiocast des Computerclub-2 berichtet in seiner Folge Nr. 269 über
Notfunkaktivitäten der Funkamateure. Die Moderatoren Wolfgang Back und
Wolfgang Rudolph, DC3PA, führen darin u.a. ein Interview mit Michael Becker,
DJ9OZ, der sich im Notfunkreferat des DARC e.V. engagiert. Die halbstündige
Audiosendung kann z.B. im MP3-Format von der Webseite des Computerclub-2
heruntergeladen werden [2].
Die Vorläufersendung Computerclub wurde bis zum Jahr 2003 im WDR-Fernsehen
ausgestrahlt. Seit dem 24. Juli 2006 führen die Moderatoren das Format als
30-minütige Audiosendung unter dem Namen Computerclub-2 weiter. Zusätzlich
wird in Zusammenarbeit mit NRW-TV eine TV-Sendereihe produziert.
Notfunk in Japan verlagert sich auf UKW
Die Notfunkaktivitäten in Japan als Folge des Erdbebens und Tsunami am 11.
März, verlagern sich von Kurzwelle zunehmend auf UKW. IARU-Region-3-Sekretär
Ken Yamamoto, JA1CJP, berichtet, dass derzeit UKW-Handfunkgeräte an die
lokalen Katastrophenhilfezentren geliefert werden. Zwar gibt es noch einzelne
freiwillige Funkamateure, die Betrieb auf KW abwickeln, die HQ-Station des
japanischen Amateurfunkverbandes JARL hat ihren Notfunkverkehr am 25. März
jedoch eingestellt. Die JARL bedankt sich bei allen Funkamateuren für das
Freihalten der Frequenz 7030 kHz, so JA1CJP. Darüber berichtet Jim Linton,
VK3PC, Notfunkkoordinator der IARU-Region 3.
BCC und DARC beraten über neues DXCC
Auf ihrem Treffen im niederbayrischen Landshut berieten die Vorsitzenden der
bayrischen DARC-Distrikte C, F, T und U gemeinsam mit Vertretern des Bavarian
Contest Clubs (BCC) über einen gemeinsamen Antrag auf Anerkennung von Bayern
als eigenständiges DXCC-Gebiet. Die langjährige historische Tradition des
Königreichs Bayern als Vorgänger des gleichnamigen Freistaates können laut
DXCC-Satzung von der ARRL analog zu den als gesonderte DXCC-Gebiete gezählten
Schottland oder Wales als Grund für eine solche Anerkennung akzeptiert
werden. Diese Möglichkeit entspricht sehr wahrscheinlich Paragraph 4, Absatz 1
der DXCC-Satzung, der kulturell und geographisch besonders gestellte Teile
von Nationalstaaten anspricht. So verlautete das ARRL Advisory Committee auf
eine Voranfrage des BCC. Im nächsten Schritt sind Gespräche mit den Behörden
geplant. Vorgeschlagen wird eine exklusive Zuweisung des Rufzeichenblocks DB
für den Freistaat Bayern. Inhaber von DB-Rufzeichen außerhalb von Bayern
sollen ihr Rufzeichen einfach umtauschen oder können auf Basis des EU-weit
garantierten Rechts auf freie Wohnungswahl nach Bayern umziehen.
Termine
Zur nächsten Amateurfunkmesse HAM RADIO in Friedrichshafen bietet die
Bundesnetzagentur am 25. Juni erneut eine Amateurfunkprüfung für die Klassen
A und E an, ausgenommen Wiederholungsprüfungen. 50 Personen können daran
teilnehmen. Interessenten sollten sich den Termin bereits jetzt vormerken und
anmelden.
Am 2. April findet an der Technischen Universität Darmstadt zum 27. Mal die
"IPRT - Fachtagung für digitale Datenübertragung im Amateurfunk" statt.
Vortragsthemen und Anfahrt findet man auf der Tagungswebseite [3]. Am
gleichen Tag wird der 30. Bergheimer Amateurfunk-Flohmarkt im Bürgerhaus in
Bergheim/Quadrath-Ichendorf veranstaltet. Auch hier gibt es weitere
Informationen im Internet [4].
Aktuelle Conteste
2. bis 3. April: QRP-ARCI Spring QSO Party, SP DX Contest,
DARC-QRP-Wettbewerb und EA RTTY Contest
6. April: BUG PARTY
9. April: European Sprint Contest und DIG QSO Party
10. April: DIG QSO Party und UBA Spring Contest
9. bis 10. April: Japan International DX Contest
Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des DX und
HF-Funksportreferates [dx] sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ
DL 4/11 auf S. 292.
Der Funkwetterbericht vom 29. März, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL
Rückblick vom 22. bis 28. März: Der WPX-Contest am vergangenen Wochenende war
ein sehr geeignetes Funkwetterbarometer, um die DX-Bedingungen auf allen
Bändern zu studieren. Die im jüngsten Funkwetterbericht gehegten Hoffnungen
auf ein erstmals im 24. Zyklus der Sonne weltweit richtig offenes 10-m-Band
traten nicht ganz ein, aber immerhin waren dort alle Kontinente zu hören. Die
favorisierte Spielwiese war 15 m, denn dort ging regelrecht die Post ab. Das
Getümmel war mindestens so groß wie auf dem 20-m-Band, wenn nicht sogar
besser. 12 m öffnete sich früh morgens wieder nach Hawaii und blieb bis etwa
20:30 UTC in unseren Breiten nutzbar. Auf 17 m konnte man noch nach 22:00 UTC
mit ganz Amerika funken, und 20 m blieb fast durchgängig offen.
Vergleicht man die Häufigkeit der Öffnungen des 10- und 15-m-Bandes mit denen
vor einem Jahr, ist die positive Entwicklung spürbar. Vor einem Jahr fand
DL1VDL im 10-m-Log nur ganz wenige US Stationen, aber auch VK8, die Karibik
und Südamerika. 17 m war im März 2010 bereits ein sehr gut nutzbares DX-Band.
Die Messwerte für den solaren Flux stiegen von 100 auf 119, während sich das
geomagnetische Feld am 26. März sehr ruhig, vom 22. bis 24. März gestört und
an den anderen Tagen wechselhaft verhielt. Im Berichtszeitraum gab es drei M-
und 18 C-Flares.
Vorhersage bis zum 5. April:
Zurzeit schmücken die Sonnenflecken 1176 bis 1183 die uns zugewandte
Sonnenscheibe, hinzu kommt der Kandidat S920. Außer dem M-Flare-verdächtigen
Fleck 1183 und dem Neuling sind die restlichen Flecken unauffällig. Dank
NASAs STEREO zeigt ein Blick auf die Rückseite der Sonne, dass dort einige
zukünftige Sonnenflecken bereits aktiv sind [5]. Wir erwarten zunächst einen
leichten Abfall der Sonnenfleckenrelativzahlen, aber es dauert nicht lange,
bis es wieder richtig los geht. Die Fluxwerte bleiben sehr wahrscheinlich
über 100. Intensivere geomagnetische Störungen sind nicht wahrscheinlich. Wir
erwarten brauchbare bis gute Öffnungen der oberen Bänder und eine langsam
zunehmende Sporadic-E-Häufigkeit auf 6 m.
Es folgen nun die Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:
Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 18:32; Melbourne/Ostaustralien 20:31;
Perth/Westaustralien 22:26; Singapur/Republik Singapur 23:06; Tokio/Japan
20:31; Honolulu/Hawaii 16:26; Anchorage/Alaska 15:26; Johannesburg/Südafrika
04:15; San Francisco/Kalifornien 13:58; Stanley/Falklandinseln 10:15;
Berlin/Deutschland 04:46.
Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 23:18; San Francisco/Kalifornien
02:31; Sao Paulo/Brasilien 21:07; Stanley/Falklandinseln 21:47;
Honolulu/Hawaii 04:45; Anchorage/Alaska 04:37; Johannesburg/Südafrika 16:08;
Auckland/Neuseeland 06:18; Berlin/Deutschland 17:36.
Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion hatte
Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Diesen Rundspruch gibt
es auch als PDF- und MP3-Datei auf der DARC-Webseite sowie in Packet Radio
unter der Rubrik DARC. Meldungen für den Rundspruch - mit bundesweiter
Relevanz - schicken Sie bitte per Post oder Fax an die Redaktion CQ DL sowie
per E-Mail ausschließlich an redaktion@darcverlag.de. Vielen Dank fürs
Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!
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