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DPN214 > DARC     10.08.11 17:21l 189 Lines 10758 Bytes #999 (0) @ DEU
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Subj: Deutschland-Rundspruch 31/2011, 31. KW
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To  : DARC@DEU

04.08.11

DARC e.V. Lindenallee 4, 34225 Baunatal, Telefon 0561 949880
Deutschland-Rundspruch 31/2011, 31. KW
(Redaktionsschluss: Mittwoch 10 Uhr, freigegeben für Rundspruchsendungen ab 
Donnerstag, den 4. August 2011, 17:30 UTC)
(An die Rundspruchsprecher: Internet-Linkverweise nicht vorlesen, z.B. [X]; 
lediglich für die Schriftfassung werden diese am Ende des Rundspruches 
aufgelistet.)

Hallo, liebe SWLs, YLs und OMs,
Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 31 des Deutschen 
Amateur-Radio-Clubs für die 31. Kalenderwoche 2011. Diesmal haben wir 
Meldungen zu folgenden Themen:

- ARISSat-1 mit leichter Verzögerung gestartet
- Finale der YL-WM: Über 150.000 QSOs
- Lutz Kalle, DJ4VF, silent Key
- Sondersendung des Längstwellensenders SAQ
- ILLW nicht gleich ILLW
- BEMFV kurz erklärt. Heute Teil 17: Winkeldämpfungen
- Aktuelle Conteste
und
- Was gibt es Neues über das Funkwetter?

Hier die Meldungen:

ARISSat-1 mit leichter Verzögerung gestartet
Nach einer fast vierstündigen Verzögerung haben Kosmonaut Sergei Volkov, 
RU3DIS, und Alexander Samokutyaev den neuen Amateurfunksatellit 
ARISSat-1/KEDR am 3. August im Weltraum ausgesetzt. Er befand sich bereits 
seit Ende Januar in der Raumstation ISS und sollte am 16. Februar seine 
Mission beginnen. Nach der Terminverschiebung auf Anfang August gab es eine 
weitere Verzögerung: Ursprünglich sollte das Aussetzen bereits um 1457 UTC 
stattfinden, aufgrund von Antennenproblemen geschah das erst vier Stunden 
später: Laut US-Missionskontrolle in Houston hat ARISSat-1 zwei Antennen - 
eine für 70 cm und eine für 2 m - aber die beiden Kosmonauten stellten nur 
eine fest.
Nach Diskussionen mit dem Nutzlast-Manager und Bodenteams in Houston und 
Moskau entschied man sich, den Aussetzvorgang zu verzögern. Zu dem Zeitpunkt 
war vollkommen ungewiss, ob der Satellit überhaupt während des geplanten 
Außenbord-Einsatzes ausgesetzt werden kann. Die nächste Gelegenheit hätte 
sich erst im Februar 2012 ergeben. "Der Satellit soll nach seinem Start auch 
funktionieren, deshalb wurde er für seine Mission gesichert", hieß es aus 
Kreisen der US-Missionskontrolle.
Der Verlust der UHF-Antenne bedeutet nun, dass der 
435-/145-MHz-Linear-Transponder nicht funktioniert und einige Daten nicht vom 
Satelliten heruntergeladen werden können. Funkamateure werden jedoch in der 
Lage sein, Sprachnachrichten, BPSK- und SSTV-Nachrichten zu empfangen.
Der Satellit arbeitet nun auf folgenden Frequenzen: Unter dem Rufzeichen 
RS01S wiederholen sich auf dem FM-Downlink 145,950 MHz zyklische FM-Sendungen 
mit Sprach-ID, ausgewählte Telemetrieblöcke, 24 internationale 
Grußbotschaften sowie SSTV-Bilder. Ebenfalls unter RS01S werden auf 145,919 
MHz/145,939 MHz ausgewählte Telemetrieblöcke und Rufzeichen beteiligter 
Funkamateure am ARISS-Programm gemorst. Die BPSK-Sendungen auf 145,920 MHz 
sind mit dem neuen 1kBPSK-Protokoll von Phil Karn, KA9Q, codiert. Wenn die 
CW3-Bake auf 145,919 MHz aktiv ist, bedeutet das, dass das BPSK-1000-Format 
ausgesendet wird. Wenn die CW1-Bake auf 145,939 MHz aktiv ist, wird im 
BPSK-400-Format gesendet.
Nach dem Aussetzen von der ISS benötigt die AMSAT nun Ihre gesammelte 
Telemetrie, da diese Daten nicht auf dem Satelliten gespeichert werden. Diese 
kann z.B. per E-Mail eingesendet werden [1]. Wenn Sie mit der Software 
ARISSatTLM Telemetrie live empfangen, aktivieren Sie bitte die Option 
"Telemetry forwarding". Aktuelle Datenblöcke kann man über das Internet auch 
auf dem Computer oder mit dem Smartphone anzeigen lassen [2]. Die AMSAT hat 
auf einer Webseite [3] eine Anleitung veröffentlicht, die u.a. über SSTV- und 
BPSK-Empfang informiert. ARISSat-1/KEDR-Projektmanager Gould Smith, WA4SXM, 
betonte, dass der Satellit im Sonnenlicht im Highpower-Modus arbeitet. Im 
Erdschatten wird er hingegen mit wenig Leistung senden.

Finale der YL-WM: Über 150.000 QSOs
Mit einem großen YL-WM-Finale schloss die große deutsche YL-Funkaktivität 
anlässlich der Frauen Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland am 31. Juli. 
Insgesamt kamen über 150 000 QSOs ins Log. Alle YL-Sonderstationen waren in 
den verschiedensten Betriebsarten auf den Bändern noch ein letztes Mal zu 
hören. Dank gilt allen YLs, OMs und SWLs, die sich an dieser großen YL-Aktion 
beteiligt haben. Noch bis zum 31. Dezember können Diplomanträge gestellt 
werden. Weitere Informationen gibt es auf der DARC-Webseite [4].

Lutz Kalle, DJ4VF, silent Key
Am Samstag, dem 30. Juli, ist der Distriktsvorsitzende von Westfalen Süd (O), 
Lutz Kalle, DJ4VF, für uns alle überraschend im Alter von 73 Jahren 
gestorben. Lutz Kalle war mehr als 26 Jahre im Amateurrat vertreten und stand 
seit 1997 dem Haushaltsauschuss vor. Wir verlieren mit Lutz ein sehr aktives 
Mitglied des Amateurrates, dessen Erfahrungen von allen geschätzt wurden. Die 
Beisetzung wird im engsten Kreise stattfinden. Die Familie bittet darum, von 
Beileidsbekundungen abzusehen.

Sondersendung des Längstwellensenders SAQ
Die Betreiber des Längstwellensenders SAQ im schwedischen Grimeton kündigen 
für den 5. August eine Sondersendung an. Die Aussendungen auf 17,2 kHz 
beginnen um 08:30 UTC mit den Abstimmarbeiten des Maschinensenders, um 09:00 
UTC folgt die eigentliche Aussendung. Lars Kalland, SM6NM, weist darauf hin, 
dass für diese Sondersendung keine Empfangsbestätigungen nötig sind und auch 
nicht ausgewertet werden.

ILLW nicht gleich ILLW
Der DL-Rundspruch vergangene Woche berichtete über ein Lighthouse and 
Lightship Weekend, kurz ILLW, am 6. und 7. August. Einige Leser wiesen die 
Redaktion darauf hin, dass der ILLW-Termin am dritten Augustwochenende der 
bekanntere sei. Karsten Radwan, DL2ABM, fasst in einer E-Mail die Sachlage 
zusammen:
Seit etwa Mitte der 90er Jahre gibt es das ILLW am dritten August-Wochenende. 
Verwendet wurden die ARLHS-Lighthouse-Nummern, beginnend mit den Buchstaben 
FED. Nach dem Tod des Organisators Mike, GM4SUC, haben sich die Veranstalter 
und die ARLHS überworfen, woraufhin die ARLHS die Verwendung ihrer Nummern 
beim ILLW untersagt hat. Anschließend behaupteten zwei Gruppen, die 
Ausrichter des ILLW zu sein und es existierten plötzlich zwei scheinbar 
identische Webseiten illw.org und illw.net. Letztere hat die Aktivität am 
dritten August-Wochenende zum Ziel. Seit der Kontroverse werden im ILLW 
eigene Nummern aufgebaut und verwendet, beginnend mit den Buchstaben DE. Auf 
der Webseite der Aktivitätsgruppe Wolfsburg-Gifhorn gibt es ein 
Informationsblatt [5].

BEMFV kurz erklärt. Heute Teil 17: Winkeldämpfungen
Michael, DL5IB, sandte folgende Frage ein: "Wann macht die Berücksichtigung 
von Winkeldämpfungen im Rahmen der Anzeige nach BEMFV überhaupt Sinn?"
Antwort: Entscheidend für die Richtungsabhängigkeit einer Antenne sind die in 
der Umgebung befindlichen Objekte, vor allem der Boden. Auf den 
Kurzwellenbändern ist dieser im Vergleich zur Wellenlänge immer sehr nahe, 
sodass die Richtwirkung einer Antenne erheblich von dessen Einfluss abhängig 
ist und Winkeldämpfungen, die letztlich auf Freifeldbeobachtungen im Fernfeld 
basieren, kaum angewandt werden können. Bei Yagiantennen auf den höheren 
Frequenzen hingegen liegen fast Freiraumbedingungen vor, weshalb die Nutzung 
von Winkeldämpfung fast ein Muss ist. Insbesondere im 2-m-Band macht deren 
Nutzung erheblichen Sinn, insbesondere wenn die Antenne hoch genug angebracht 
ist, um über die nachbarlichen Häuser hinweg zu strahlen. Denn der freie 
Luftraum kann zum kontrollierbaren Bereich deklariert werden, auch, wenn er 
über Fremdeigentum liegt. Zu beachten ist dann allerdings die erste 
Nebenkeule, weshalb eine vollständige Betrachtung der 
Strahlungscharakteristik von Nöten ist.

Aktuelle Conteste
6. August: European HF Championship
6. und 7. August: DARC UKW-Sommer-Fieldday und North American QSO Party
13. bis 14. August: WAE DX Contest
14. August: Norddeutscher Höhentag
Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des DX und 
HF-Funksportreferates [dx] sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ 
DL 8/11 auf S. 591.

Der Funkwetterbericht vom 2. August, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL
Rückblick vom 26. Juli bis 1. August: Während in den vergangenen Wochen 
oftmals fünf bis zehn Sonnenflecken nur Präsenz zeigten, sorgten nun die 
beiden Flecken 1260 und 1261 für eine merkliche Belebung der Sonnentätigkeit. 
Im Berichtszeitraum stieg der solare Flux von 94 auf 125 Einheiten, die 
Sonnenfleckenzahl von 30 auf 130 und es gab drei M- und mehr als 60 C-Flares. 
Das geomagnetische Feld war an allen Tagen leicht bis mäßig gestört, am 30. 
Juli gab es in hohen Breiten eine Radioaurora. Die Fernausbreitung auf den 
mittleren Frequenzen zwischen 7 und 18 MHz war gut und stabil, man konnte 
praktisch täglich alle Kontinente erreichen. Auf den oberen Kurzwellenbändern 
15, 12 und 10 m dominierten zwar transäquatoriale DX-Öffnungen, aber im 
Gegensatz zur Vorwoche gab es auch brauchbare Öffnungen in alle Richtungen. 
Auf 80 m konnte man abends kurzzeitig über Grayline Australien mit lautem 
Signal hören und arbeiten. Sporadic-E-Bedingungen überraschten uns fast 
täglich auf 10 und 6 m.

Vorhersage bis zum 9. August:
Der Aufwärtstrend in der Sonnenaktivität hält zunächst an, vier komplexe 
Fleckengruppen sind präsent. Wir erwarten solare Fluxwerte bis etwa 130 und 
je nach Flaretätigkeit eher ein meist unruhiges Erdmagnetfeld. Die 
Ausbreitungsbedingungen auf den Kurzwellenbändern von 40 bis 10 m werden noch 
etwas besser als in der Vorwoche sein. Die Wahrscheinlichkeit für sporadische 
E-Schichten ist hoch.

Es folgen nun die Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:

Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 19:18; Melbourne/Ostaustralien 21:19; 
Perth/Westaustralien 23:04; Singapur/Republik Singapur 23:05; Tokio/Japan 
19:49; Honolulu/Hawaii 16:05; Anchorage/Alaska 13:34; Johannesburg/Südafrika 
04:45; San Francisco/Kalifornien 13:15; Stanley/Falklandinseln 11:32; 
Berlin/Deutschland 03:28.

Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 00:09; San Francisco/Kalifornien 
03:16; Sao Paulo/Brasilien 20:45; Stanley/Falklandinseln 20:35; 
Honolulu/Hawaii 05:09; Anchorage/Alaska 06:30; Johannesburg/Südafrika 15:42; 
Auckland/Neuseeland 05:36; Berlin/Deutschland 18:55.

Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion hatte 
Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Diesen Rundspruch gibt 
es auch als PDF- und MP3-Datei auf der DARC-Webseite sowie in Packet Radio 
unter der Rubrik DARC. Meldungen für den Rundspruch - mit bundesweiter 
Relevanz - schicken Sie bitte per Post oder Fax an die Redaktion CQ DL sowie 
per E-Mail ausschließlich an redaktion@darcverlag.de. Vielen Dank fürs 
Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!


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