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DAC587 > WETTER   05.08.08 20:38l 58 Lines 2192 Bytes #999 (0) @ DEU
BID : 209_DBO587
Read: GUEST
Subj: Tornados
Path: FU0BOX<AS1BOX<DOK001<D2BOX<MO1BBS<DBX233<DBX587<DBO587
Sent: 080805/1858Z @:DBO587.#DIT.N.DLNET.DEU.EU #:209 [210] FBB7.01b1 $:209_DBO
From: DAC587@DBO587.#DIT.N.DLNET.DEU.EU
To  : WETTER@DEU

Tornado: 
Ein Tornado ist eine Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine 
mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert und sich 
unter einer cumuliformen Wolke befindet. 


Für den Begriff "Tornado" existieren auch andere Bezeichnungen: 
"Großtrombe", "Windhose" (Tornado über Land), "Wasserhose" 
(Tornado über Meer oder großen Binnenseen) bzw. "Twister" 
(Tornadobezeichnung im englischen Sprachraum). 


Ein Tornado kann entstehen, wenn starke Temperaturgegensätze 
herrschen und Luft aufsteigt bzw. gehoben wird. Durch frei 
werdende Kondensationswärme und starke vertikale Windscherung 
(Zunahme der Windgeschwindigkeit und ggf. zusätzlich Änderung 
der Windrichtung mit der Höhe) wird dabei ein rotierender 
Aufwindschlauch erzeugt. Dieser kann einen Durchmesser bis über 
einen Kilometer erreichen, wobei Windgeschwindigkeiten von 
mehreren hundert Kilometern pro Stunde auftreten können.


Ein Tornado verwüstet längs seiner Zugbahn einen Streifen von 
einigen hundert Metern Breite (Asgardsweg). Die Stärke der 
Tornados wird anhand der Fujita-Skala (F-Scale) festgelegt. Die 
stärkste bisher beobachtete Tornadoklasse (F5) mit 
Windgeschwindigkeiten von etwas über 500 km/h trat zum Glück 
bisher recht selten auf (nur 1% aller Fälle). Die gültige 
Fujita-Skala umfasst 13 Stufen, von F0 bis F12, wobei F6 bis 
F12 nur theoretische Werte sind. Die Klasse F0 wurde zusätzlich 
eingeführt, um auch schwächere Tornados unterhalb von 117 km/h 
zu klassifizieren.


Verheerende Tornados (F4/F5) entstehen meist im Zusammenhang 
mit so genannten Superzellen (riesige Gewitterzellen). 


Das durch Tornados am meisten bekannt gewordene Gebiet ist die 
sogenannte Tornado-Alley im Mittleren Westen der Vereinigten 
Staaten von Amerika. Dort trifft häufig trocken-kalte Luft aus 
dem Norden mit feucht-warmer Luft aus der Region des Golfes von 
Mexiko zusammen. 


In Mitteleuropa sind solch extreme Luftmassenunterschiede 
seltener. Deswegen treten hier auch deutlich weniger Tornados 
auf als in den Vereinigten Staaten von Amerika. 


Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale



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